Ausbildungsplätze regional

Bewerbungstipps

Tipps zur Bewerbung und zur Vorstellung

Ziel einer schriftlichen Bewerbung ist es, eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten. Ganz gleich, ob Sie sich auf eine Anzeige, auf Empfehlung oder initiativ bewerben, in der Regel werden Bewerbungsunterlagen in einer Bewerbungsmappe versandt. Hier erhalten Sie Tipps und Tricks, die Ihnen bei der Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen und bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch behilflich sind.

Bewerbungsmappe

Das Bewerbungsschreiben liegt lose auf der Bewerbungsmappe.

Die restlichen Unterlagen sollten sich in folgender Reihenfolge in der Bewerbungsmappe befinden:

  • Deckblatt mit Bewerbungsfoto (Lichtbild)
  • Lebenslauf
  • Kopie des letzten Zeugnisses (Abschlusszeugnis oder Halbjahreszeugnis des Abgangsjahres, falls vorhanden auch Zeugnisse einer bereits absolvierten Ausbildung)
  • Praktikumsbescheinigung in Kopie
  • Kopien von Bescheinigungen über Aktivitäten (Kurse, Arbeitsgemeinschaften …), die nicht im Zeugnis vermerkt sind
  • Bescheinigungen von Schüler-/Ferienjobs in Kopie
Erscheinungsbild der Bewerbungsunterlagen

Alle Unterlagen sollten auf dem gleichen weißen Papier verfasst sein.

Nutzen Sie für alle Texte eine Schriftart sowie die gleiche Schriftgröße (empfehlenswert sind Arial und Times New Roman mit Schriftgrößen zwischen 10 und 12).

Überschriften und Oberbegriffe können dabei durch eine größere Schriftgröße hervorgehoben werden.

Auch Formatierungen sind möglich (fett oder kuriv), um Besonderheiten hervorzuheben. Sie sollten aber nur sparsam verwendet werden.

Zudem sollte auf einen ausreichenden Rand geachtet werden. Für den Lebenslauf können es zwischen 3 und 4 Zentimeter ruhig sein. Für das Bewerbungsschreiben gilt die DIN 5008 (links: 24,1 mm; rechts: mind. 8,1 mm; oben: 16,9 mm; unten: 16,9 mm bzw. aufgerundet links: 2,5 cm; rechts: 2,0 cm; oben: 2,0 cm; unten: 2,0 cm).

Bitte achten Sie unbedingt darauf, in Ihrer Bewerbung stets Kopien und keine Originale von Zeugnissen, Bescheinigungen und Zertifikaten zu versenden.

Dokumentation

Zur besseren Dokumentation der Bewerbungsaktivitäten empfiehlt Ausbildungsplätze Regional sowohl vom Lebenslauf als auch vom Bewerbungsanschreiben Kopien anzufertigen. Dabei kann gleich noch einmal kontrolliert werden, ob Lebenslauf und Anschreiben auch handschriftlich unterschrieben wurden.

Um den besseren Überblick zu bewahren, sammeln Sie die Kopien in einem separaten Ordner, in dem auch die aus der Bewerbung resultierende Korrespondenz (z. B. Einladungen zu Vorstellungsgespräch oder Absagen) gesammelt werden kann.

Noch ein kleiner Grundsatz, der sich positiv auf Ihre Bewerbung auswirken wird: Verwenden Sie Ihre Unterlagen stets nur einmal.

Finanzielle Hilfe

Als zukünftiger Azubi hat man nichts zu verschenken.

Sind Sie als ausbildungssuchend bei der Bundesagentur für Arbeit registriert, fragen Sie dort einfach vor dem Schreiben der Bewerbungen nach einem Bewerbungskostenzuschuss. Sie erhalten dann einen Antrag der von Ihnen ausgefüllt werden muss. Diesen geben Sie dann zusammen mit den Kopien der Bewerbungsschreiben bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit ab und je nach Ermessen des Bearbeiters erhalten Sie die Kosten für die Bewerbungsmappen erstattet.

Deckblatt mit Bewerbungsfoto

Sie können Ihr Foto entweder auf einer eigenen Seite noch vor dem Lebenslauf platzieren oder Sie kleben es auf die rechte obere Ecke Ihres Lebenslaufes. Einen besseren Eindruck kann das Bild jedoch auf einer gesonderten Seite erzielen.

Des Weiteren sollte auf dem Deckblatt eine Überschrift, z. B. "Bewerbungsunterlagen" sowie der Ausbildungsplatz, um den Sie sich bewerben aufgeführt sein. Dazu der Name des Ausbildungsbetriebes des Ansprechpartners sowie die Anschrift des Ausbildungsbetriebes.

Besonders harmonisch wirkt es, wenn dann das Foto, das sogenannte Lichtbild, aufgeklebt wird. Darunter sollten dann Angaben zu Ihrer Person folgen. Hier reichen Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.

Ein Deckblatt gehört allerdings nicht zu den notwendigen Teilen der Bewerbungsmappe. Es ist Ihre freie Entscheidung, ob Sie auf diesem zusätzlichen Blatt für sich "werben" oder ob die Darstellung Ihrer Person auf dem Lebenslauf und dem Anschreiben ausreichend sind.

Lebenslauf - Arten

Tabellarischer Lebenslauf

Ein Lebenslauf gibt, meist in tabellarischer Form, einen kurzen Überblick über Ihr persönliche Daten sowie den schulischen und beruflichen Lebensweg. Nutzen Sie für nur eine Schriftart sowie die gleiche Schriftgröße (empfehlenswert sind Arial und Times New Roman mit Schriftgrößen zwischen 10 und 12). Er stellt eine Art Visitenkarte dar.

Ausführlicher Lebenslauf

Seltener ist ein ausführlicher Lebenslauf. Dieser enthält die gleichen Informationen, die im tabellarischen Lebenslauf angeführt werden. Im ausführlichen Lebenslauf werden die Informationen allerdings ausführlich dargestellt. Dies ist sinnvoll, wenn die sprachlichen Fähigkeiten des Bewerbers bereits in der Bewerbungsphase unter die Lupe genommen werden sollen.

Chronologie – aufsteigend oder absteigend?

Sie sehen bereits an diesen Ausführungen, dass auch ein Lebenslauf individuell an den Ausbildungsbetrieb, bei dem man sich bewirbt, angepasst werden kann. Entscheiden Sie also selbst, je nach Ausbildungsbetrieb, ob Sie Angaben zur Staatsangehörigkeit und zur Familie machen möchten. Im nächsten Schritt müssen Sie sich entscheiden, ob Sie die Angaben zu Ihrem bisherigen Werdegang in traditioneller Weise, also aufsteigend chronologisch, oder international, absteigend chronologisch, darstellen.

Lebenslauf - Inhalt

Kopfzeile

Als gestalterisches Element kann man den Lebenslauf eventuell mit einer Kopfzeile versehen, die Ihre komplette Anschrift mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse enthält.

Inhalt

Da es sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz handelt, ist davon auszugehen, dass außer der schulischen Ausbildung und den persönlichen Daten nicht viel im Lebenslauf stehen wird. Deswegen heben Sie sich von anderen Bewerbern ab, wenn Sie bereits absolvierte Praktika und/oder Schüler-/Ferienjobs in Ihrem Lebenslauf aufführen. Zudem sollten Hobbies, Fähigkeiten und Neigungen Erwähnung finden, die für die angestrebte Ausbildungsstelle von Nutzen sein könnten.

Bei allem Eifer sollte man jedoch immer beachten, sich kurz zu fassen. Die angegebenen Daten sollten übersichtlich dargestellt werden und natürlich der Wahrheit entsprechen.

Überschrift

Der tabellarische Lebenslauf ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Die Überschrift „Lebenslauf“ steht fett formatiert mittig über allen Angaben. Der restliche Bereich wird in zwei Spalten gegliedert. In der linken Spalte stehen die Vorgaben, z. B. die Zeitangaben (von/bis) mit Monat und Jahr. In der rechten Spalte stehen die eigentlichen Angaben, z. B. die besuchte Schule mit Ortsangabe.

Persönliche Daten

Der erste Abschnitt befasst sich mit den persönlichen Daten wie Vor- und Nachname, Geburtsdatum und –ort, Anschrift, Telefonnummer sowie E-Mail-Adresse.

Gegebenenfalls sollte die Staatsangehörigkeit angegeben werden, wenn Sie kein Staatsbürger der BRD sind. Dann sollte Auskunft zur Aufenthaltsgenehmigung gegeben werden. Falls die Angabe der Staatsangehörigkeit gewünscht sein, dann ist „BRD“ der richtige Eintrag und bei der Frage nach der Nationalität ist „deutsch“ die passende Antwort, sofern Staatsbürger der BRD sind.

Sollten Sie bereits verheiratet sein, wird auch der Familienstand bei den persönlichen Daten mit angegeben. Ebenso verhält es sich, wenn Sie Kinder haben. Hier die Altersangabe der Kinder nicht vergessen.

Früher wurden oft Angaben zu Eltern und Geschwistern in der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz gemacht. Diese Angabe gilt heute als veraltet. Wenn die Angabe aber die Wahl um den Ausbildungsplatz unterstützt, bspw. weil die genannte Person den gewählten Beruf bereits ausübt, dann sollte sowohl der Vor- und Nachname als auch der Beruf angegeben werden.

Werdegang

Weitere Bestandteile des Lebenslaufes beziehen sich auf Ihre bisherigen Tätigkeiten. Da es sich im speziellen Fall um die Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz handelt, wird hier ausgiebig auf die schulische Laufbahn eingegangen. Welche Schulbildung können Sie vorweisen und welche Schulen haben Sie besucht (Grundschule, Realschule, Gymnasium)- mit Ortsangabe)? Geben Sie den Schulabschluss an und setzen Sie die erreichte Abschlussnote in Klammern dahinter. Auch Lieblingsfächer können in diesem Bereich mit angegeben werden.

Erfahrungen

Auch Auslandsaufenthalte, z. B. als Austauschschüler oder Au-Pair, soziale Engagements (FSJ) sowie erste Berufserfahrungen, z. B. durch Schüler-/Ferienjobs oder Praktika sollten Sie unbedingt im Lebenslauf angeben.

Besondere Kenntnisse

Kenntnisse und Fähigkeiten, die für den Ausbildungsplatz von Nützen sein können, z. B. Sprachkenntnisse oder EDV-Kenntnisse, sollten Sie ebenso angeben, wie Hobbies, die in diesen Bereich passen.

Besonderheiten

Auch wenn Sie bereits einen Führerschein haben, dann vermerken Sie dies im Lebenslauf. Ggf. auch, ob Sie ein Auto besitzen. In manchen Berufen ist Flexibilität das A und O.

Unterschrift

Wenn alle Angaben gemacht wurden, dann kann der Lebenslauf am Ende Ort, Datum und Unterschrift (Vor- und Nachname in leserlicher Schrift) versehen werden.

Bewerbungsschreiben

Das Bewerbungsschreiben liegt lose auf der Bewerbungsmappe im passenden Briefumschlag. Es sollte nur aus einer Seite bestehen. Nutzen Sie für nur eine Schriftart sowie die gleiche Schriftgröße (empfehlenswert sind Arial und Times New Roman mit Schriftgrößen zwischen 10 und 12). Auch das Bewerbungsschreiben gliedert sich in verschiedene Bereiche. Der erste Bereich wird vom Absender gebildet.

Absenderangabe

Die Absenderangabe enthält Ihre vollständige Anschrift samt Ihrer Telefonnummer und Ihrer E-Mail-Adresse. Bitte nutzen Sie eine seriöse E-Mail-Adresse, wenn möglich bestehend aus Vor- und Nachnamen. Vermeiden Sie E-Mail-Adressen, die evtl. negative Schlüsse auf Ihre Person zulassen würden, z. B. Kosename oder Verniedlichungen.

Datumsangabe

Neben dem Absender steht am rechten Rand die Datumsangabe. Achten Sie darauf, dass das Datum auf dem Lebenslauf mit dem Datum auf dem Bewerbungsschreiben übereinstimmt und aktuell ist. Eine Ortsangabe ist nur erforderlich, wenn der Ort nicht mit dem Absender übereinstimmt. Wird der Ort doch mit angegeben, dann wird erst der Ort, dann das Datum angegeben. Beides wird mit Komma voneinander getrennt. Der Monat kann sowohl als Zahl als auch als Name ausgeschrieben werden. Ist dies der Fall, dann fällt die „0“ bei einstelligen Zahlen weg.

Anschrift des Ausbildungsbetriebes

Den nächsten Teil des Bewerbungsschreibens bildet die Anschrift des Ausbildungsbetriebes. Achten Sie darauf, die Anschrift so wie in der Vorgabe (z. B. Inserat, Webseite) zu schreiben. Achten Sie hier auch auf Besonderheiten, z. B. die Abgabe einer Referenz- oder Chiffre-Nummer.

Ganz wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass die Anschrift im Bewerbungsschreiben mit der Anschrift auf dem Briefumschlag übereinstimmt.

Betreffzeile

In der Betreffzeile wird in Kurzform das Anliegen des Schreibens zusammengefasst. Auf das Wort „Betreff“ wird allerdings im Gegensatz zu früher verzichtet. Um die Betreffzeile etwas hervorzuheben, kann diese fett formatiert werden.

Geben Sie in dieser Zeile Ihr Anliegen an, also, dass es sich um eine Bewerbung auf eine bestimmte Ausbildungsstelle handelt. Geben Sie zusätzlich die Quelle an, woher Sie von der zu besetzenden Stelle erfahren haben. Ggf. sollte hier auch eine Referenz- oder Chiffre-Nummer angegeben werden.

Der Betreff wird grundsätzlich als Stichpunkt und nicht als Satz formuliert. Es steht also kein Satzzeichen am Ende der Betreffzeile. In der Kürze liegt die Würze – mehr als zwei Zeilen sollte die Betreffzeile nicht umfassen. Schließlich soll der Leser Ihr Anliegen auf einen Blick erfassen können.

Anrede

Optimal ist es, wenn in der Stellenausschreibung ein Ansprechpartner aufgeführt wird. Diesen sollten Sie in der Bewerbung auch direkt ansprechen. Wird kein Ansprechpartner genannt, können Sie auch selbst recherchieren, etwa im Internet oder durch einen kurzen Anruf in dem Ausbildungsbetrieb. Auch akademische Titel sollten unbedingt mit aufgeführt werden (z. B. Dr., Prof.). Sollten Sie nicht herausbekommen, wer Ihre Bewerbung zu lesen bekommt, dann verwenden Sie die allgemeine Floskel „Sehr geehrte Damen und Herren,“. Egal wie die Anrede lautet, sie wird immer mit einem Komma abgeschlossen, d. h. dass der nächste Satz klein beginnt, außer er beginnt mit einem Substantiv.

Der erste Satz/Absatz

Hier geben Sie an, wie Sie auf die Ausbildungsstelle aufmerksam geworden sind und warum Sie sich ausgerechnet auf diese Stelle hin bewerben. Zeigen Sie auf jeden Fall, dass Sie an dieser Stelle sehr interessiert sind.

Der nächste Absatz

Dieser Absatz ist ein kleiner Werbespot für Sie selbst. Schreiben Sie von Ihren Interessen, Fähigkeiten, Stärken und Eigenschaften, die Sie für diese Stelle qualifizieren. Aus Ihrer Vorstellung sollte klar hervorgehen, warum genau Sie der richtige Anwärter für diese Ausbildungsstelle sind. Auch Ihre Erwartungen an den Ausbildungsbetrieb sind hier richtig platziert. Schildern Sie, warum Sie sich für die Ausbildungsstelle in genau diesem Ausbildungsbetrieb interessieren.

Konnten Sie schon Erfahrungen in dem angestrebten Bereich sammeln? Dann scheuen Sie sich nicht, in diesem Abschnitt von Ihren Schüler-/Ferienjobs oder auch Praktika zu berichten.

Der letzte Absatz

Der letzte Absatz wird eher kurz gehalten und beinhaltet die abschließenden Bemerkungen. Hier vermerken Sie, wann Sie die Schule abschließen werden bzw. welchen Schulabschluss Sie vorweisen können.

Auch das Bewerbungsgespräch sollten Sie in diesem Abschnitt thematisieren, z. B. in Form einer höflichen Aufforderung.

Grußformel

Hier schreibt man ganz einfach und klassisch „Mit freundlichen Grüßen“. Aber auch hier wird, wie bei der Betreffzeile, auf das Satzzeichen verzichtet. Nach der Grußformel bleibt ein Freiraum.

Unterschrift

Ganz wichtig ist es, dass die Unterschrift eigenhändig, also nicht mir dem PC, geschrieben wird. Auch hier gibt es Regeln, die es zu beachten gilt. Die Unterschrift sollte leserlich mit Vor- und Nachnamen geschrieben werden. Dazu verwenden Sie bitte blaue Tinte.

Anlagen

Das Wort Anlagen steht unter der Unterschrift und sollte fett formatiert werden. Wenn Sie alle Anlagen einzeln aufführen, dann sollen Sie diese hier in der gleichen Reihenfolge aufführen, wie Sie sie dann auch in die Bewerbungsmappe legen. Beginnen sollten Sie mit dem Lebenslauf mit Lichtbild, dann kommt die Zeugniskopie, dahinter die Praktikumsbescheinigung und sonstige Bescheinigungen, sofern vorhanden.

Eine Auszählung der einzelnen Anlagen ist aber kein Muss. Es genügt auch, wenn Sie einfach nur das Wort „Anlagen“ unter der Unterschrift stehen haben.

Was nun?

Das Bewerbungsschreiben ist verfasst und was machen Sie nun? Nur keine Hektik. Lesen Sie sich das Bewerbungsschreiben noch einmal in aller Ruhe durch. Manchmal sind Formulierungen enthalten, die sich beim Lesen etwas holprig anhören. Feilen Sie noch ein wenig an der Ausformulierung der einzelnen Sätze. Kontrollieren Sie auch die Rechtschreibung, nutzen Sie dazu ruhig die Rechtschreibprüfung Ihres Textverarbeitungsprogrammes.

Meist ist man von seinen eigenen "Werken" sehr überzeugt und es ist auch schwierig, eigene Fehler zu erkennen, man ist ein wenig "betriebsblind". Deswegen lassen Sie Ihr Bewerbungsschreiben von einer weiteren Person Korrektur lesen.

Sollte nun alles in bester Ordnung sein, dann steht der eigentlichen Bewerbung nichts mehr im Weg. Nun können Sie die Bewerbungsmappe bestücken.

Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto hinterlässt im Ausbildungsbetrieb einen ersten Eindrück von Ihnen. Deswegen sollten Sie her Wert auf Qualität legen. Lassen Sie Ihre Bewerbungsfotos von einem Fotografen anfertigen. Er kann Sie im wahrsten Wortsinne ins rechte Licht setzen.

Auf den Termin beim Fotografen sollte man sich am besten auch vorbereiten. Nehmen Sie sich Zeit dafür. Denn das Bewerbungsbild ist das erste Bild und somit der erste Eindruck, den Sie beim Ausbildungsbetrieb hinterlassen. Kleiden Sie sich für den Besuch beim Fotografen entsprechend Ihres angestrebten Ausbildungsplatzes, ein potentieller Bankangestellter sollte also nicht im Sommeroutfit mit Shorts und Tank Top zum Fotografen gehen. Kleiden Sie sich am besten so, wie Sie auch zum Vorstellungsgespräch gehen würden.

Ein gepflegtes Äußeres sollte nicht nur bei der Kleidung gewählt werden. Auch der restliche Look sollte stimmen. Männliche Bewerber sollten frisch rasiert beim Fotografen erscheinen. Weibliche Bewerber können ruhig mit Ihren Reizen geizen. Ein tiefer Ausschnitt, ein Zuviel an Make-up oder Schmuck kann ganz schnell einen negativen Eindruck hinterlassen. Für alle Bewerber gilt, auch die Frisur sollte eher dezent und nicht zu übertrieben sein. Setzen Sie nicht das breiteste Grinsen auf. Ein falsches Lachen fällt meistens negativ ins Gewicht.

Sagen Sie dem Fotografen, dass er Bewerbungsfotos von Ihnen anfertigen soll. Diese unterscheiden sich vom klassischen Passbild schon in der Größe. Bewerbungsbilder haben ca. eine Größe von vier mal sechs Zentimetern. Kleiner sollte das Bild nicht sein, weil man Sie darauf nicht mehr so gut erkennen kann, größer sollten Sie aber auch nicht sein. Sie wirken so schnell zu sehr von sich selbst eingenommen. Ein guter Fotograf wird Sie mit verschiedenen Hintergründen, in unterschiedlichen Positionen und mit verschiedenen Gesichtsausdrücken fotografieren und gemeinsam mit Ihnen die besten Bilder auswählen. Als kleine Entscheidungshilfe können Sie auch eine Person Ihres Vertrauens mit zum Fotografen nehmen, der ehrlich darüber urteilt, welche Bilder Sie besonders vorteilhaft in Szene setzen.

Sie haben sich für ein Foto entschieden? Dann ab damit auf Ihre Bewerbungsunterlagen. Beschriften Sie das Foto auf der Rückseite und verwenden Sie für jede Bewerbung ein neues Foto. Verwenden Sie auf jeden Fall Papierkleber und keinen Flüssigkleber (hier kann sich das Papier unschön zusammen ziehen) oder Fotoecken. Je nach dem, ob Sie ein Deckblatt verwenden oder nicht, kommt das Bewerbungsfoto entweder auf das Deckblatt oder auf den Lebenslauf.

Online-Bewerbung

Das Internet nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Viele Firmen haben bereits eine eigene Webseite, auf der sie über sich informieren. Eine wichtige Information auf jeder Firmenwebseite sollte den Mitarbeitern gewidmet sein – sowohl den bestehenden als auch den zukünftigen.

Bewerbungsformular

Deswegen nutzen auch viele Firmen die Möglichkeit, dass sich Bewerber über das Internet bei Ihnen vorstellen. Dazu gibt es verschiedene Varianten. Meist wird auf der Firmenwebseite über die Form der Bewerbung Auskunft gegeben. So bieten manche Firmen auf Ihren Webseiten ein Bewerbungsformular an. Dort kann der Bewerber alle geforderten Angaben eintragen, ggf. Zeugnisse hochladen und per Knopfdruck geht das ausgefüllte Formular gleich an die richtige E-Mail-Adresse. Diese Form der Bewerbung bietet dem Betrieb einen effizienten Vergleich der Bewerber, da alle Bewerbungen die gleiche Form haben. Firmen die solch ein Formular auf Ihrer Seite anbieten, sind meist über schriftliche Bewerbungen oder Bewerbungen per E-Mail nicht erfreut, da bei Ihnen i. d. R. viele Bewerbungen eingehen und die Auswertung dieser Bewerbungen einen unnötigen Zeitaufwand darstellen würden. Sie werden daher meist ohne besondere Prüfung aussortiert.

Bewerbung per E-Mail

Individueller ist jedoch die Bewerbung per E-Mail. Viele Firmen bevorzugen diese Form der Bewerbung aus ökologischen Gründen, da nicht unnötig Papier verschwendet wird.

E-Mail-Adresse

Bevor Sie über die eigentliche Bewerbung per E-Mail nachdenken, sollten Sie Ihre E-Mail-Adresse überprüfen. Verwenden Sie eine seriöse E-Mail-Adresse, die idealerweise aus Ihrem Vor- sowie Ihrem Nachnamen besteht. Verwenden Sie für Ihre E-Mail-Adresse keine Spaß-, Spitz- oder Kosenamen (z. B. roas.schluepfer@provider.de), da diese einen negativen Eindruck erwecken. Sollten Sie noch keine seriöse E-Mail-Adresse besitzen, können Sie bei vielen Anbietern kostenlos ein E-Mail-Postfach einrichten.

Vorarbeiten

Das eigentliche Anschreiben gestalten Sie genau so gewissenhaft wie bei einer schriftlichen Bewerbung. Lassen Sie also auch hier eine andere Person Korrektur lesen, da eigene Fehler oft übersehen werden. Drucken Sie den fertigen Text ggf. zu besseren Kontrolle einmal aus. So sehen Sie auch gleich, ob beim Ausdruck alles auf eine Seite passt oder ob hier eine Korrektur erfolgen sollte, denn das Bewerbungsschreiben sollte auf eine Seite passen.

Empfänger-E-Mail-Adresse

Meist haben Firmen, die eine Bewerbung per E-Mail erwarten, auch eine spezielle E-Mail-Adresse für diese Zwecke eingerichtet oder eine Person ist für die Auswertung der E-Mail-Bewerbungen bestimmt. Sie sollten Ihre Bewerbung deshalb nicht an die allgemeine E-Mail-Adresse des Unternehmens (z. B. info@firma.de) schicken, außer dies ist explizit so gewünscht. Sind Sie sich nicht sicher, welche die korrekte E-Mail-Adresse ist? Dann rufen Sie bei der Firma an und haken nach. Mit der falschen E-Mail-Adresse kann es passieren, dass Ihre Bewerbung zu spät oder gar nicht beim Verantwortlichen landet.

Betreff

Der Betreff sollte genau so kurz und prägnant formuliert sein, wie in der schriftlichen Bewerbung. Verweisen Sie also darauf, dass es sich um eine Bewerbung handelt und um welche Ausbildungsstelle es sich handelt. Auch die Quelle der Stellenausschreibung, z. B. ein Zeitungsinserat, sollte ggf. mit Angabe der Referenz- oder Chiffre-Nummer genannt werden.

Formen des Anschreibens

Für das Anschreiben bei einer E-Mail-Bewerbung gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder Sie senden das Anschreiben wie den Lebenslauf, die Zeugnisse … als Anhang oder Sie gestalten das Anschreiben als E-Mail. Im ersten Fall unterscheidet sich das Anschreiben nicht von dem einer schriftlichen Bewerbung. Das Anschreiben sollte dann allerdings ausgedruckt, mit blauer Tinte unterschrieben, eingescannt und erst dann der E-Mail als Anhang zugefügt werden. Im zweiten Fall unterscheidet sich das Anschreiben per E-Mail etwas von dem Anschreiben bei einer schriftlichen Bewerbung.

E-Mail-Anschreiben

Da sowohl eine Absender-, als auch eine Empfänger-Angabe in Form der E-Mail-Adressen gemacht wurde, kann in dem E-Mail-Anschreiben gleich mit der Anrede begonnen werden. Achten Sie darauf, den Ansprechpartner direkt anzureden und keine allgemeine Floskeln wie „Sehr geehrte Damen und Herren,“ zu verwenden. Das Anschreiben unterscheidet sich in der Textgestaltung nicht von dem einer schriftlichen Bewerbung. Erst am Ende des Anschreibens taucht wieder ein Unterschied auf. Ihr Name erscheint hier nicht in Form einer handschriftlichen Unterschrift, sondern wird getippt. Unter der Namensangabe führen Sie bitte Ihre komplette Postanschrift mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf.

Anhänge

Anhänge sind ggf. das Anschreiben, der Lebenslauf mit Foto (oder beides separat), Zeugnisse und Nachweise über Praktika, Schüler- oder Ferienjobs. Die Anhänge sollten nur in gängigen Formaten (z. B. PDF) und in geringer Größe gespeichert werden, weil sie sonst eventuell nicht geöffnet werden können oder zu lange Zeit zum Öffnen benötigt wird. Achten Sie darauf, die Dateien eindeutig zu beschriften (z. B. Vor- und Nachname, Abschlusszeugnis).

Sind Sie sich bezüglich der Formate und Größen nicht sicher, dann scheuen Sie sich nicht und fragen Sie telefonisch beim Unternehmen nach. Das kostet vielleicht ein wenig Überwindung, aber bedenken Sie dabei, dass der Verantwortliche eine Bewerbung, deren Anhänge sich nicht öffnen lassen, eher aussortieren wird, als nach einer erneuten Zusendung im richtigen Format zu bitten.

Stolperfalle Kurzbewerbung

Meist wird bei dem ersten Kontakt mit der Firma nur eine Kurzbewerbung gesandt. Diese enthält lediglich das Anschreiben und den Lebenslauf. Das Anschreiben wird bei dieser Bewerbungsform als E-Mail-Text, der Lebenslauf als Anhang versandt. Haben Sie beim Unternehmen Interesse geweckt, werden Sie aufgefordert eine vollständige Bewerbung oder die entsprechenden Anlagen zu senden. Wird nicht explizit eine Kurzbewerbung verlangt, kann eine vollständige Bewerbung per E-Mail versandt werden.

Datumsangabe

Jede E-Mail wird automatisch mit Datum und Uhrzeit versehen. Achten Sie darauf, dass Anschreiben und Lebenslauf dasselbe Datum tragen, sonst hinterlassen Sie einen negativen Eindruck.

Vor dem Absenden

Überprüfen Sie vor dem Absenden der E-Mail, ob alle Dateien mit dem richtigen Namen, in der richtigen Reihenfolgen, im richtigen Format und der richtigen Größe hochgeladen wurden.

Sie sind sich nicht sicher, ob die E-Mail in der Form ankommt, wie Sie sich das vorstellen? Dann senden Sie die Mail zum Test erst an eine Person Ihres Vertrauens, mit der Sie gemeinsam die Form überprüfen können.

Nach dem Absenden

Die Zeit vergeht und Sie haben noch keine Rückmeldung erhalten? Nach ca. 14 Tagen können Sie sich telefonisch erkundigen. Das bekundet Ihr Interesse am Unternehmen und die Ernsthaftigkeit Ihrer Bewerbung.

Versand

Verwenden Sie für den Versand der Bewerbungsmappe immer einen ausreichend großen Umschlag (DIN C4), damit die Unterlagen nicht geknickt oder zerknittert werden. Auch in diesem Format gibt es Fensterbriefumschläge. Ist die Empfängeradresse richtig platziert und evtl darüber eine Absenderangabe, ist die Bewerbung in solch einem Umschlag optimal aufgehoben. Sonst verwenden Sie einen fensterlosen Umschlag im gleichen Format. Versehen Sie den Umschlag noch mit Empfänger- und Absenderangabe sowie einer Briefmarke und ab geht die Post. Bitte achten Sie darauf, den Brief ausreichend zu frankieren. Sollten Sie sich nicht sicher sein, fragen Sie lieber bei der Post nach.

Letzter Check

Bevor Sie den Briefumschlag verschließen, überprüfen Sie noch einmal, ob alle Unterlagen vollständig, in der richtigen Reihenfolge und gerade eingeheftet wurden. Tragen Anschreiben und Lebenslauf wirklich das gleiche Datum und sind beide handschriftlich mit blauer Tinte unterschrieben? Und stimmt die Anschrift auf dem Bewerbungsschreiben und dem Umschlag überein? Auch in der Anschrift muss der Ansprechpartner angegeben werden.

Vorstellungsgespräch

Auch das Vorstellungsgespräch muss gut vorbereitet sein. Azubi Regional gibt Ihnen ein paar Tipps, wie Sie sich optimal auf ein Vorstellungsspräch vorbereiten können.

Langfristige Vorbereitung

Auch Vorstellungsgespräche kann man üben. Treffen Sie sich mit Freunden, Bekannten oder Verwandten, die bereits Erfahrung mit Vorstellungsgesprächen sammeln konnten und spielen Sie das Vorstellungsgespräch einfach einmal durch, z. B. erzählen Sie Ihren Lebenslauf, von Ihren Stärken und Schwächen, von Hobbies, etc. Sie werden schnell merken, dass mit jedem Versuch, das Gespräch flüssiger wird und Ihr Selbstbewusstsein zunimmt. Denken Sie daran, dass das Vorstellungsgespräch ein Werbespot für Ihre Person ist. Werden Sie sich Ihrer Schokoladenseiten bewusst und präsentieren Sie diese.

Damit diese Schokoladenseite nicht angeknabbert wird, beachten Sie, dass viele Personaler und Chefs den Umgang mit dem Internet nicht scheuen. Kompromittierende Fotos o. ä. sollten daher im Web nicht zu finden sein.

Bereits am Vortag sowie am Tag des Gespräches sollten Sie auf den Verzehr von bspw. Zwiebeln, Knoblauch oder auch Alkohol verzichten. Falls Sie versuchen, die daraus resultierenden Ausdünstungen mit einem Kaugummi zu übertünchen, dann vergessen Sie nicht, diesen vor dem Gespräch zu entfernen – aber bitte nicht unter den Stuhl kleben.

Optik

Hier gelten die gleichen Regeln, wie schon beim Bewerbungsfoto aufgeführt. Die Kleidung sollte dezent und der angestrebten Stellen entsprechend gewählt werden. Ein zukünftiger Bankangestellter sollte sich ruhig einen Anzug, die zukünftige Bürokauffrau vielleicht ein Kostüm anziehen. Auch das restliche Äußere sollte dezent und vor allem gepflegt sein. Also keine übermäßig gestylten Haare, kein grelles Make-up und auch mit Parfüm sowie Accessoires sollte man sparsam umgehen. Piercings, auffälliger Schmuck oder die Sonnenbrille sollten bei solch einem Termin Pause haben. Weibliche Bewerber sollten an diesem Tag ruhig mit Ihren Reizen geizen. Also keine tiefen Ausschnitte, Hotpants oder sonstige aufreizende Kleidung tragen. Auch blitzende Unterwäsche (BH-Träger oder Stringtanga) oder High Heels passen nicht zum Vorstellungsgespräch, es seie denn, Sie wollen sich als Gogo-Tänzerin bewerben.

Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihr gewähltes Outfit dem Anlass entsprechend ist, dann erkundigen Sie sich telefonisch nach dem Dress-Code im Unternehmen. Das macht einen besseren Eindruck, als zu leger oder over dressed zu erscheinen.

Um nicht in letzter Sekunde zu starten, veranstalten Sie am besten schon am Vortag eine kleine Modenschau. So können Sie ohne Zeitdruck verschiedene Outfits miteinander vergleichen und kombinieren. Außerdem kann so noch rechtzeitig reagiert werden, falls noch etwas gewaschen oder gebügelt werden muss. Ganz wichtig für Ihr Bewerbungsoutfit ist auch der Wohlfühlfaktor. Wenn Sie sich in Ihrem Outfit nicht wohlfühlen, dann strahlen Sie das auch aus. Das könnte beim Vorstellungsgespräch einen falschen Eindruck erwecken.

Auf geht’s

Pünktlichkeit ist das A und O für ein Vorstellungsgespräch. Das Zuspätkommen ist ein No-Go. Aber auch ein zu zeitiges Erscheinen ist unhöflich und kann den Ausbildungsbetrieb vor Komplikationen stellen. Deswegen sollten Sie maximal 5 bis 10 Minuten vor dem eigentlichen Termin im Ausbildungsbetrieb erscheinen. Und bitte vertreiben Sie sich die Wartezeit nicht mit dem Rauchen von Tabakwaren. Auch dies stößt den meisten Personalchefs negativ auf.

Je nachdem, wo sich der Ausbildungsbetrieb befindet, gibt es auch für den Weg zum Vorstellungsgespräch verschiedene Möglichkeiten. Damit Sie die Zeit für den Weg richtig einschätzen können, können Sie den Weg zum Ausbildungsbetrieb schon einmal abfahren oder Sie nutzen den Routenplaner im Internet. So können Sie sich ein Bild darüber verschaffen, welche Zeit Sie für den Weg benötigen.

Das Internet kann auch hilfreich sein, wenn Sie sich über die Fahrzeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln erkundigen möchten. Bedenken Sie auch, dass rote Ampeln und Staus oder Schlangen am Fahrkartenautomaten einem ohnehin schon knappen Zeitplan meist noch zusätzlich einen Strich durch die Rechnung machen können.

Finanzielle Hilfe

Als zukünftiger Azubi hat man nichts zu verschenken. Sind Sie als ausbildungssuchend bei der Bundesagentur für Arbeit registriert, fragen Sie dort einfach vor dem Vorstellungsgespräch nach einem Fahrkostenzuschuss. Sie erhalten dann einen Antrag der von Ihnen und ein Formblatt, das vom potentiellen Ausbildungsbetrieb ausgefüllt werden muss. Beides geben Sie dann bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit ab und je nach Ermessen des Bearbeiters erhalten Sie die Kosten für die Fahrt zum Vorstellungsgespräch erstattet. Vielleicht übernimmt aber auch der potentielle Ausbildungsbetrieb die Fahrtkosten, dann entfällt allerdings der Zuschuss der Agentur für Arbeit.

Allgemeines

Seien Sie gut vorbereitet. Nehmen Sie beispielsweise Schreibzeug für eigene Notizen mit. Es kann auch sinnvoll sein, den Lebenslauf und das Bewerbungsschreiben sowie Ihre Zeugnisse mitzunehmen, falls diesbezüglich Rückfragen zu erwarten sind. So kann man ohne großartiges hin und her nachlesen, worauf sich die Fragen beziehen. Auch Ihre Körpersprache sagt viel aus. Seinen Sie noch verschlossen oder abwesend, sondern verfolgen Sie das Gespräch interessiert und stellen Sie gern bei passender Gelegenheit auch Zwischenfragen.

Das Gespräch

Seien Sie sich beim Vorstellungsgespräch bewusst, dass Sie durch Ihre Bewerbung bereits Interesse geweckt haben. Denn Ihr Gegenüber hat Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Nun heißt es für Sie, dieses Interesse zu nutzen, Ihr Gegenüber will Sie schließlich besser kennen lernen. Meist dirigiert Ihr Gesprächspartner mit gezielten Fragen den Verlauf des Gespräches.

Small-Talk

Meist beginnt das Vorstellungsgespräch mit einem Small-Talk, z. B. wird gefragt, ob Sie etwas trinken möchten oder ob Sie sich gut zum Ausbildungsgespräch gefunden haben. Was so harmlos wirkt, dient schon der Analyse. Schrauben Sie also bei der Frage, ob Sie etwas trinken möchten, Ihre Ansprüche nicht so hoch, Sie sind schließlich nicht im Fünfsternehotel. Wie Sie zum Ausbildungsbetrieb gefunden haben, gibt Aufschluss darüber, ob und wie Sie sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet haben.

Vorstellung

Das eigentliche Gespräch beginnt meist mit der Vorstellung. Ihre anwesenden Gesprächspartner stellen sich und das Unternehmen meist kurz vor, bevor Sie zum Zuge kommen. Hier wird meist noch einmal der Inhalt des Lebenslaufes erwartet. Ggf. werden zu bestimmten Positionen tiefergehende Fragen gestellt, bspw. zur Abschlussnote oder den Noten in bestimmten Fächern. Auch Fragen zu Stärken und Schwächen sind im Vorstellungsgespräch sehr beliebt. Aber lassen Sie sich hier nicht alles gefallen, denn auch Ihr zukünftiger Arbeitgeber muss nicht alles wissen.

Verbotene Fragen

Fragen nach der Religionszugehörigkeit und Politischer Einstellung bzw. Parteizugehörigkeit dürfen nur gestellt werden, wenn Sie für die Stelle auch relevant sind (z. B. wenn Sie sich bei einer Kirche oder Partei bewerben). Wird nach Gewerkschaftszugehörigkeit, sexueller Neigung, Familienplanung der gar einer bestehenden Schwangerschaft gefragt, brachen Sie nicht zu antworten. Vorstrafen sind ein heikles Thema. Aber hier lohnt sich Ehrlichkeit. Bestehen Vorstrafen, gehen Sie offen damit um und erklären Sie die Umstände. So kann der potentielle Arbeitgeber selbst entscheiden, ob er Ihnen eine Chance geben möchte. Verschweigen Sie eventuelle Vorstrafen, kann dies zu einer fristlosen Kündigung führen, wenn Ihr Arbeitgeber die Wahrheit doch noch erfährt.

Fragen des Ausbildungsbetriebes

Hier will Ihnen der „Personaler“ auf den Zahn fühlen. Rechnen Sie mit Fragen wie:

Wie haben Sie von der zu besetzenden Stelle erfahren?
Warum haben Sie sich für unser Unternehmen entschieden und was schätzen Sie an unserem Unternehmen?
Wieso haben Sie sich für diesen Ausbildungsberuf entschieden?
Haben Sie sich auch für andere Ausbildungsberufe beworben?
Welche sind das und warum haben Sie sich darum beworben?
Warum sollen wir uns für Sie entscheiden?

Das ist gar nicht ohne. Deswegen bereiten Sie sich auf das Vorstellungsgespräch gut vor. Recherchieren Sie beispielsweise auch im Internet, durch Firmenpräsentationen (Flyer) oder in der Presse über das Unternehmen. Gerade größere Unternehmen legen oft Wert darauf, dass sich der Bewerber bereits mit dem Unternehmen befasst hat. Es sollten Fragen nach dem korrekten Firmennamen inkl. Rechtsform, der Anzahl der Mitarbeiter, evtl. Standorten und Filialen beantwortet werden können. Auch die Branche sowie das Kerngeschäft sollten Sie kennen. Wenn Sie dann noch Auskunft zur Firmengeschichte und Firmenphilosophie sowie aktuellen Ereignissen der Fira geben können, dann haben Sie schon fast gewonnen.

Ihre Fragen

Auch Ihre Fragen signalisieren dem Unternehmen, dass Sie sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet haben. Sollte dies nicht bereits im Vorstellungsgespräch erwähnt worden sein, dann erkundigen Sie sich nach der Dauer der Probezeit, nach den Übernahmechancen nach Abschluss der Ausbildung, nach den Arbeitszeiten, nach dem Ablauf der Ausbildung (werden z. B. verschiedene Abteilungen durchlaufen) und auch nach der Berufsschule. Auch Fragen, die Ihnen sonst noch wichtig erscheinen, z. B. wie viele Urlaubstage gewährt der Betrieb oder wie hoch ist die Ausbildungsvergütung sind wichtig. Befindet sich der Ausbildungsbetrieb an einem anderen Ort als an Ihrem momentanen Wohnort, kann ein Umzug erforderlich sein. Unterstützt Sie Ihr zukünftiger Ausbildungsbetrieb bei der Suche oder vielleicht sogar mit einer Betriebswohnung? Mit Ihren Fragen signalisieren Sie Ihrem Gegenüber, wie sehr Sie an der zu besetzenden Stelle interessiert sind. Deswegen scheuen Sie sich nicht und fragen Sie nach – es geht schließlich um Ihre Zukunft.

Aus diesem Grunde sollte auch die abschließende Frage nach dem Zeitpunkt der Entscheidung nicht fehlen. Meist kann während der Vorstellungsphase vom Unternehmen bereits eingeschätzt werden, wie viele Bewerber noch zum Vorstellungsgespräch eingeladen sind und wie lange die resultierende Entscheidungsphase dauert.

Die Verabschiedung sollte professionell und höflich sein. Meist bleibt der erste Eindruck genau so in Erinnerung wie auch der letzte. Deswegen bedanken Sie sich bei der Verabschiedung für die Einladung und das nette Gespräch.

Nacharbeit

Das Vorstellungsgespräch ist gelaufen. Machen Sie sich Notizen, wie es gelaufen ist. Auch Fragen, die Ihnen gestellt wurden und Ihre Reaktion darauf können Sie vermerken. Dies ist ein gutes Training für folgende Vorstellungsgespräche, aber auch eine kleine Gedächtnisstütze, falls dem Vorstellungsgespräch noch weitere Gespräche folgen.

Absage bekommen

Sie haben eine Absage erhalten? Sehen Sie es positiv. Sie konnten schließlich unter echten Bedingungen ein Vorstellungsgespräch proben. Fragen Sie einfach telefonisch oder per E-Mail nach, warum die Wahl nicht auf Sie gefallen ist. Dieses Engagement wird einen positiven Eindruck machen – vielleicht bekommen Sie ja eine zweite Chance.

Auswahlverfahren durch Einstellungstests

Einige Ausbildungsbetriebe setzen neben dem Vorstellungsgespräch auch auf gesonderte Personalauswahlverfahren, bspw. Leistungs- und Persönlichkeitstests oder Assessment Center. Durch diese Auswahlverfahren möchte man sich ein möglichst genaues Bild des Bewerbers machen, um so weiterführende Hinweise auf seine Leistungsfähigkeit und Persönlichkeit in Erfahrung zu bringen.

Meist wird der Bewerber nach Überprüfung der Bewerbungsunterlagen zu einem Einstellungstest eingeladen. Dieser kann separat vor oder nach dem Vorstellungsgespräch oder direkt beim Vorstellungsgespräch stattfinden.

Der Einstellungstest richtet sich nach dem Berufsbild. Je nach dem, welche Eigenschaften und Fähigkeiten im angestrebten Beruf wichtig sind, werden unterschiedliche Dinge im Einstellungstest überprüft. Lassen Sie sich nicht in die Irre führen und vertrauen Sie auf Ihr Können. Lesen Sie in aller Ruhe erst einmal die Aufgabenstellungen und beißen Sie sich nicht an einer Aufgabe fest. Nehmen Sie sich eine Aufgabe vor, die Ihnen leichter fällt. Wenn die Zeit am Ende noch reicht, dann befassen Sie sich wieder mit der Aufgabe, die Ihnen anfangs schwer gefallen ist.

Allgemeinwissen

Bei diesen Tests wird überprüft, wie es um das Allgemeinwissen bestellt ist. Die Fragen können aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen. Meist werden Rechtschreibung und Grammatik, Mathematik, Geschichte, Geografie und auch das Wissen über aktuelle Ereignisse überprüft.

Intelligenztest

Meist wird hier unter Zeitdruck das logische Denken herausgefordert. Meist gilt es, Reihen aus Buchstaben, Zahlen oder Figuren zu ergänzen oder in eine logische Reihenfolge zu bringen. Auch das Bilden von Gleichnissen und Gegensätzen wird in Intelligenztest gern überprüft.

Test der Konzentration und/oder Belastbarkeit

Mit diesen Tests möchte der Arbeitgeber herausfinden, ob relativ einfache Aufgaben schnell und trotzdem gründlich erledigt werden. Dies sagt viel darüber aus, wie im späteren Arbeitsalltag gearbeitet wird. Meist ist der Arbeitgeber hier etwas gemein, denn das Pensum an gestellten Aufgaben kann meist nicht in der vorgegebenen Zeit erledigt werden. Eine hohe Anzahl an Aufgaben und eine geringe Zeitspanne zur Erledigung der Aufgaben soll Sie zusätzlich unter Druck setzen. So soll überprüft werden, wie Sie unter Stress und auf Zeitdruck reagieren.

Fähigkeitstest

Um zu überprüfen, ob die vorhanden Fähigkeiten für das angestrebte Berufsbild gute Voraussetzungen bilden, werden speziell auf den Ausbildungsberuf zugeschnittene Tests durchgeführt. Es kann also durchaus passieren, dass ein Schaltkreis überprüft, ein Stück Holz gekürzt oder ein Modellkopf geföhnt werden soll.

Persönlichkeitstest

Mit Persönlichkeitstests sollen beispielsweise die allgemeine Reife der Persönlichkeit, Interessen Motivation, Erwartungen, Anpassungsfähigkeit, Führungseigenschaften und Grundstimmungen erfasst werden. Aber auch der Umgang mit Stress sowie das Sozialverhalten werden auf diese Weise getestet.

Psychologischer Fähigkeitstest

Diese Art von Tests sollten nur von Betrieben durchgeführt werden, wenn die Auswertung der Ergebnisse durch geschultes Fachpersonal erfolgt.

Assessment-Center (AC)

Assessment-Center sind eine weitere Möglichkeit, die Aufschluss über die Befähigung von Bewerbern gibt. Das Wort „Assessment“ stammt aus dem Englischen und heißt übersetzt Bewertung, Beurteilung, Einschätzung oder auch Begutachtung. Es handelt sich beim AC um ein besonderes Auswahlverfahren, welches von immer mehr Unternehmen eingesetzt wird, um geeignete Mitarbeiter bzw. Azubis zu finden. Meist dauert ein Assessment-Center 1 bis 2 Tage.

Meist werden mehrere Bewerber eingeladen, um während des Assessment-Centers einzeln oder im Team Aufgaben zu lösen. Hierbei werden die Teilnehmer von geschultem Personal oder Psychologen, den Assessoren, beobachtet und ihr Verhalten wird analysiert. Es werden Stärken und Schwächen der Bewerber herausgefunden und die Teamfähigkeit wird getestet.

Jedes Assessment-Center ist anders. Die Aufgabenstellungen richten sich danach, in welchem Bereich der Bewerber eingesetzt wird und welche Aufgaben dort zu erfüllen sind. So ist es durchaus möglich, dass durch eine Kombination der bereits vorgestellten Tests die Bewerber auf Herz und Nieren getestet werden. Meist werden diese Tests im AC durch eine Selbstpräsentation, ein Interview und Rollenspiele ergänzt.

Meist beginnt das AC bereits mit der Selbstvorstellung. In einem international tätigen Unternehmen kann es durchaus vorkommen, dass diese Präsentation auf Englisch oder in einer anderen Fremdsprache erfolgen soll. Eine laute und deutliche Aussprache sowie wechselnder Blickkontakt mit Ihren Gesprächspartnern zeugt von Selbstbewusstsein.

Diese Selbstvorstellung sollte als Werbespot für die eigene Person betrachtet werden, deswegen sind Stationen aus Ihrem Leben, Hobbies etc. ein guter Anfang für den Werbespot „ICH“. Seien Sie nicht zu bescheiden und präsentieren Sie sich so, wie es Ihrer Person und Ihren Fähigkeiten gerecht wird. Erzählen Sie auch von geleisteten Praktika oder absolvierten Ferienjobs. Das zeigt Interesse und Engagement.

Erwähnen Sie in Ihrer Vorstellung auch, warum Sie sich für den entsprechenden Beruf und für den Ausbildungsbetrieb entschieden haben. Vielleicht haben Sie bereits Erfahrungen in diesem Bereich sammeln können oder Erfahrungsberichte von Freunden, Familienangehörigen oder Bekannten erhalten. Auch dies kann aufschlussreich für die Assessoren sein.

Interview (Vorstellungsgespräch)

Während des Assessment-Centers wird mit den einzelnen Bewerbern auch ein Vorstellungsgespräch durchgeführt, welches meist als Interview bezeichnet wird. Dieses Vorstellungsgespräch unterscheidet sich in der Regel nicht von einem klassischen Vorstellungsgespräch. Die Gesprächspartner wollen in Einzelgesprächen mehr zur Selbsteinschätzung, zu Stärken und Schwächen erfahren. Hier wird meist auch noch einmal explizit nachgehakt, warum es genau dieser Ausbildungsberuf in diesem Ausbildungsbetrieb sein soll. Mit unter verhalten sich die Bewerber in der Gruppe auch anders als in den Einzelgesprächen. Auch diese Reaktion wird analysiert.

In unserem Kapitel über das Vorstellungsgespräch haben wir bereits einige Tipps und Hinweise für das Vorstellungsgespräch zusammengefasst. Proben Sie das Vorstellungsgespräch am besten mit Freunden oder Bekannten, die bereits eigene Erfahrungen in Vorstellungsgesprächen sammeln konnten.

Einen wichtigen Grundsatz sollen Sie immer beherzigen: Seien Sie ehrlich und bleiben sie sich treu. Spielen Sie keine Rolle, sondern bleiben Sie Sie selbst. Das kommt am besten an. Eine Auflistung von Fragen, die im Vorstellungsgespräch nichts zu suchen haben, finden Sie in unserem Kapitel über das Vorstellungsgespräch. Antworten Sie aber auf jeden Fall in einer angemessenen Art, die den zwischenmenschlichen Kontakt auch weiterhin aufrechterhält.